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Beim 13. Badischen Chorwettbewerb in Bühl: „Young Voices“ bestätigen ihren Titel „Konzertchor“

Nach 2009 und 2017 nahmen die „Young Voices“ zum 3. Mal bei einem Chorwettbewerb des BCV teil. „Gut bei Stimme“ lautete das treffende Motto der 13. Auflage , die am 17. und 18. Oktober in Bühl statt fand..

Obwohl etliche Chormitglieder aufgrund Urlaubs oder anderer Verpflichtungen fehlten, starteten am Sonntag um 9.30 Uhr 35 Sängerinnen und Sänger, Chorleiterin Andrea Luz   und Pianistin Tatiana Sujakova mit dem Bus nach Bühl. In seiner spaßigen Begrüßung über das Bordmikro wies Buslenker Jochen Romig darauf hin, dass er üblicherweise auf der Rückfahrt nur Sieger mitnimmt. Sämtliche Passagiere fassten diese „Drohung“ aber so auf, wie sie auch gemeint war, also nicht „bierernst“. Trotz eines kurzfristig erforderlichen Umwegs sowie eines „technischen Halts“ auf einer Autobahnraststätte traf die Gesellschaft am Spätvormittag in der mittelbadischen Stadt ein. Nach der obligatorischen Anmeldung nutzten die meisten Aktiven die Chance, im Saal die Beiträge anderer Chöre anzuhören. Wie sich herausstellte, war das eine zweischneidige Angelegenheit!

Für die einen höchst motivierend (das können wir auch!), für die anderen eher ein Schock (was sind die gut!). Bei der perfekt organisierten Veranstaltung stellten sich samstags 24 und am Sonntag 16 Chöre der Jury zum Wertungssingen vor. Nach dem obligatorischen Soundcheck auf der Bühne während der Mittagspause mussten wir noch eine ganze Weile auf unseren Auftritt warten. Wir sollten um 16 Uhr als vorletztes Ensemble auf die Bühne. Um 15.30 Uhr ging es nochmals zum Einsingen in die benachbarte Schule und dann kam (endlich!) der große Moment: Wir nahmen vor dem Saal in der Formation Aufstellung, wie wir später auch auf der Bühne stehen werden. Dann öffneten sich die Türen! Die Sängerinnen und Sänger stellten sich auf dem Podium in drei Reihen auf, Tatiana nahm an dem schwarzen Flügel Platz und Andrea ging zum Dirigentenpult. Die Nervosität schien bei den meisten Akteuren plötzlich wie weggeblasen. Schon seit Jahresbeginn hatten wir unter Andreas Leitung immer wieder an den drei Songs gearbeitet, mit denen wir uns bei diesem Contest der hochkarätigen fünfköpfigen Jury stellten: Zunächst „Blue Skies“ von Irving Berlin, danach „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer und zum Schluss „Ain’t No  Mountain High Enough“ aus der Feder von Nickolas Ashford & Valerie Simpson. Der Auftakttitel mit Tatianas Klavierbegleitung lief sehr gut. Die beiden Solisten Lotta Röhm und Tobias Luz glänzten und der Chor meisterte ohne Fehler selbst die schwierigsten Passagen.

Dennoch applaudierte das Publikum in dem vollbesetzten Saal nach meinem Empfinden eher aus Höflichkeit denn aus Begeisterung. Das sollte sich bei dem äußerst anspruchsvollen A-Capella-Song „Der Weg“ gewaltig ändern: Das sachkundige Publikum johlte vor Begeisterung und applaudierte jetzt umso heftiger! Obwohl gerade bei einem Chorwettbewerb die ganze Aufmerksamkeit bei der Dirigentin sein sollte, ertappte ich mich beim Schlusstitel „Ain’t No Mountain High Enough“, wie meine Augen in Richtung Jury abschweiften. Getrieben von der Frage: Wie reagieren eigentlich deren Mitglieder auf unseren mitreißenden Song? Eine Jurorin sang den Refrain aus vollem Hals mit.. Ein männlicher Kollege gab hingegen den Mister „Stone-Faced“ und verzog keine Miene. Das Publikum dankte uns am Ende des Auftrittes erneut mit kräftigem Applaus. Also vermutlich alles richtig gemacht! Wir alle hatten unser Bestes gegeben und das auch noch fehlerfrei!! Wir räumten die Bühne, blieben aber im Saal, um den Auftritt des letzten Chors live zu erleben. Das war der Frauenchor des „Nikolaus-Kistner-Gymnasiums“ aus Mosbach, Und was diese Damen ablieferten, gehörte ebenfalls zu den Highlights dieser gelungenen Veranstaltung. Nach einer einstündigen Pause gab der Chef der Jury die Ergebnisse des Wertungssingen bekannt. Um sie richtig einschätzen zu können, sollte  der geneigte Leser wissen, dass die Chorqualität beim BCV in drei Klassen eingeteilt wird: Von der „Liga sorgenlos“ mal abgesehen mit Chören, die sich aus reiner Freude am gemeinsamen Singen  treffen, gibt es auch Musikformationen, die ihr gemeinsames Hobby etwas ehrgeiziger betreiben. Ganz offiziell wird beim Wertungssingen des „BCV“ unterschieden zwischen Leistungs-, Konzert- und Meisterchor.

Ein errungener Titel darf vier Jahre geführt und muss dann erneut bestätigt werden. Allerdings können diese Stufen bei einem schlechten Auftritt  auch wieder von der Jury aberkannt und das betreffende Ensemble um einen Rang herabgestuft werden. Das Wertungssingen beinhaltet also auch ein gewisses Risiko! Wir „YV“ waren als Konzertchor angetreten und bewarben uns um den Titel eines „Meisterchors“. Leider hat es am Ende dafür nicht ganz gereicht. Die Gründe werden auf Nachfrage mitgeteilt, sobald das Ergebnis des Contests veröffentlicht wird. Wir fuhren deshalb mit zwiespältigen Gefühlen nach Hause: Einerseits natürlich etwas enttäuscht, dass es nicht zum höchsten Chorrang gereicht hat. Andererseits haben die „YV“ in Bühl einmal mehr bewiesen, dass sie „moderne Chormusik auf überdurchschnittlichem Niveau interpretieren können“. Mit anderen Worten: Seit 17 Jahren liefert der Chor diese hohe musikalische Qualität ab! Wir dürfen also zuversichtlich die Veranstaltungshighlights im  nächsten Jahr angehen, wenn die „Young Voices“ ihr 30-jähriges Bestehen gebührend feiern werden…

Nachtrag: 40 Chöre haben beim „13. Badischen Chorwettbewerb“ teilgenommen. Aber aus unserem Chorverband „Elsenzgau“ (der fast identisch ist mit dem Altkreis Sinsheim) waren wir der einzige Vertreter, der sich traute…