Jetzt hat auch der zertifizierte Rock / Popchor aus Gemmingen auf Corona reagiert. An zwei Tagen fanden zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Online-Proben statt. Am Donnerstag machten die Alt- und die Tenorstimmen den Anfang. Am Freitag, dem regulären Übungsabend des Ensembles, zogen die Bässe und die Damen des Soprans nach. Chorleiterin Andrea Luz hatte für jede Stimme 90 Minuten angesetzt. Auch wenn dieses Online-Singen für alle Beteiligten ausgesprochenes Neuland darstellte und man sich erst daran gewöhnen muss, „nur“ seine eigene Stimme hören zu können, bleibt für die Chorleiterin und die Teilnehmer die Erkenntnis, dass man sich intensiv mit den drei oder vier Titeln befassen konnte, die auf der Agenda standen. Technische Probleme gab es nach einem Testlauf ein paar Tage zuvor kaum noch. Endlich konnte nach der Corona-Zwangspause mal wieder „richtig“ gesungen werden!! Es ging zwar etwas langsamer voran als bei den herkömllichen Singstunden. Die Beteiligten müssen sich erst einmal mit der neuen Situation und der Technik vertraut machen. Diese virtuelle Probevariante bietet aber auch Vorteile: Keine Zwischenrufe und keine störende Unruhe durch Chormitglieder, die gerade nicht an der Reihe sind. Alle Teilnehmer haben ihre Mikrofone stumm geschaltet und müssen sich bei Bedarf melden, fast wie in der Schule. Somit geht der rote Faden nicht verloren, eine positive Begleiterscheinung. Dirigentin Andrea Luz zeigte sich von der Resonanz auf dieses neue Angebot denn auch durchaus zufrieden. Das intensve Proben mit den einzelnen Stimmen bietet den Riesenvorteil, dass die einzelnen TeilnehmerInnen gut mitkommen….

Leider mussten alle Veranstaltungen und Auftritte in dem prall gefüllten Terminkalender der „YV“ im ersten Halbjahr aufgrund der aktuellen Situation abgesagt oder zumindest verschoben werden. Auch das Benefizkonzert Anfang Juli. Schon seit Jahresbeginn arbeitete der Chor gezielt daraufhin und wird hier auch am Ball bleiben. In den Online-Proben liegt der Schwerpunkt auf den Melodien, den Rhytmen und dem Text. Am Chorsound insgesamt, an den Klangfarben, den stilistischen Feinheiten und dem Körpergroove können die „Young Voices“ erst dann feilen, wenn irgendwann wieder gemeinsame Proben erlaubt sind. Bis dahin bleiben die Online-Proben – abgesehen von dem individuellen Üben – die einzige Alternative für die Sängerinnen und Sänger.